Waldbegehung der Gemeinde Kronau - Ersatzaufforstungsmaßnahmen im Fokus

22.10.2019

Waldbegehung der Gemeinde Kronau - Ersatzaufforstungsmaßnahmen im Fokus

(von Frieder Scholtes) Die Gemeinde Kronau hatte am Samstag zur öffentlichen Waldbegehung mit der Forstverwaltung eingeladen. Der Amtsleiter des Kreisforstamtes Martin Moosmayer und der Leiter des Forstreviers Kronau Ludwig Abele unterrichteten Bürgermeister Frank Burkard, Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung, Vertreter des Gemeinderats, der Kronauer Jäger und Interessenten aus der Bürgerschaft. Der Kronauer Gemeinderat hatte gerade in seiner letzten Sitzung die Einrichtung einer Waldkindergartengruppe und die Anschaffung eines Waldkindergarten-bauwagens beschlossen und deshalb auch die zertifizierte Waldpädagogin mit Schwerpunkt Kindergarten Regine Bendner, sowie die waldpädagogisch qualifizierte Erziehern Bianca Just vom St. Franziskuskindergarten willkommen geheißen.

Während Kreisforstamtsleiter Moosmayer über die verwaltungs-technischen Abläufe der Forstbehörde referierte, sprach Förster Abele über die konkreten Maßnahmen im Revier. Seine Erläuterungen betrafen hauptsächlich Erhaltungsmaßnahmen im Staats- und Gemeindewald, der durch Schädlinge aber vor allem durch die enorme Trockenheit der letzten zwei Sommer enorm gelitten hat.
„Dem Wald geht es nicht gut“, sagte Martin Moosmayer, „und dem Hardtwald schon gar nicht“.

„Wir müssen unseren Nachfahren schöne Wälder hinterlassen“, sagte der Amtsleiter. Dies soll vor allem durch Wiederaufforstungen für die auf großen Flächen absterbende Hauptbaumart Kiefer geschehen.
Eine konkrete Maßnahme ist die 4,8 ha große Ersatzaufforstung für die Kieswerkerweiterung in Karlsdorf- Neuthard, die Förster Abele als Vorzeigemodel aufzeigte. Auf dem vorherigen Ackerland wurden im Frühjahr des Trockenjahres 2018 mit der Pflanzmaschine kleine Eichen und Hainbuchen gesetzt. Die Fläche wurde wegen der extremen Trockenphasen der Jahre 2018 und 2019 durch einen gebohrten Brunnen bewässert.

Ein Zaun schützt die Pflanzen vor Verbiss durch Dam- und Rehwild. Mehrmals musste auf der gesamten Fläche das Unkraut bekämpft werden, welches für die jungen Pflanzen noch eine Gefahr darstellt. 2019 wurden Julen, quasi Jagdeinrichtungen für Greifvögel, und Mäusefangwannen aufgestellt, um der ansteigenden Mäusepopulation entgegenzuwirken. Mäuse können junge Bäume durch Fraßschäden zum Absterben bringen.

An anderen Waldorten wurden in den letzten zehn Jahren Streifenkahlschläge in älteren Kiefernwäldern gemacht, um das Aufkommen von Kiefernnaturverjüngung zu begünstigen. Da die Lichtbaumarte Kiefer ein Rohbodenkeimer ist, musste im Vorfeld auf diesen Flächen mit dem Bagger die oberste Grasschicht entfernt werden.
Die Holzernten in 2018/2019 und 2019/2020 wurden bzw. werden hauptsächlich durch die Trockenheit bestimmt. Es entstand bereits 2018 ein Überangebot von Holz, das den Holzmarkt schwer belastete und zu fallenden Preisen führte.
Im Frühjahr 2020 werden als Ersatz für die durch das Trockenjahr 2018 entstandenen Schadflächen allein im Staatswald des Forstreviers Kronau mehr als 9 Hektar Wald wiederaufgeforstet. Es sollen hauptsächlich Eichen und Hainbuchen gepflanzt werden. Zur Absicherung vor weiteren Trockenphasen soll ein weiterer Brunnen gebohrt werden, um die jungen Pflanzen in der Anfangsphase zu unterstützen.

Die beiden letzten Stationen betrafen die Rodungsfläche (0,35 Hektar) für die Straße zum A5-Quartier (Penny-Zentrale mit und REWE-Logistikzentrum) und die Ersatzaufforstung von 0,52 Hektar für diese Fläche im Kronauer Gewann Friedrichsee im kommenden Frühjahr (Nähe Waldkreuz). Die hierfür vorgesehenen Baumarten sind Eiche und Hainbuche. Die Aufforstung wird an einen Heckenstreifen, einen Blühstreifen und eine große Magerwiese mit eingesprengten Heckeninseln anschließen.

Die Teilnehmer hatten viele fachbezogene Fragen, die hauptsächlich den Klimawandel und den Artenschutz betrafen. Kritisch wurde auch der Kommerz des Holzmarktes hinterfragt. Hier wurde man sich einig, dass ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Ökologie und Ökonomie angestrebt werden muss.

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